Erfolgsansichten von Florian Putz - Mitarbeiter im Gespräch
Interview zum Thema Erfolg, Korrektheit und das Gefühl immer wieder anzukommen.
„Erfolg ist eine veränderliche Größe – stets in Bewegung und angepasst an den Lauf des Lebens. Früher war es einfach: die beruflichen Ziele und die Gehaltshöhe waren für mich Erfolg. Heute ist es das Miteinander, das Menschen-Verbindende.
Einzelkämpfertum erlebe ich als bedrohlich und kräfteraubend.
Der damit verbundene Wettkampf, wer in seiner persönlichen Einschätzung nach richtiger liegt, raubt jede Basis für das Gemeinsame. Plötzlich stehen nur der Anspruch und die Fehlerlosigkeit im Raum. Dabei geht es doch um viel mehr: nicht der Makel oder die besondere Leistung sind das Wesentliche, sondern die dahinterliegende Haltung – das Gefühl, dass es jemand gut mit einem meint und, dass man gemeinsam Großes schafft.
Ich liebe die soziale Verbundenheit, wünsche mir Momente wo Defizite, aber auch eigene Stärken als Vielfalt und Einzigartigkeit gesehen werden. Diversität mit allen Stärken und Schwächen braucht Toleranz und Großzügigkeit, ohne die Korrektheit in Frage zu stellen, die für unseren Job Pflicht ist. Die Kunst dabei besteht darin, einen Umgang zu pflegen, damit sich die Arbeit trotzdem leicht anfühlt.
In dieser Spannung erlebe auch ich mich selbst: Wenn ich die eigene Erwartung an mich zu 100 % und mehr erfüllen kann, mag ich mich besonders – aber warum eigentlich? Wenn man sich selbst fordert und auch noch anspruchsvolle Rückmeldungen hört, wird es schon mal überfordernd – aber nicht wegen der Arbeit, sondern weil sich die Erwartungshaltungen zuspitzen. Lasst es uns gemeinsam angehen und das Menschliche vor das Korrekte stellen, ohne dem Korrekten an Bedeutung zu nehmen. Lasst uns darauf vertrauen, wenn die Erwartungen nicht ganz aufgehen, dass trotzdem jeder sein Bestes gegeben hat.
Heimat verbinde ich mit dem Gefühl der Geborgenheit, Sicherheit und der Möglichkeit, immer wieder anzukommen. Ich bin ein Heimkehrer und liebe die regionale Verbundenheit. Neben meinem Privatleben ist Arbeit zu meinem Heimathafen geworden.